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Was ist Freediving?

Was ist Freediving?

Die Wasseroberfläche ist ruhig und unbewegt und im Sonnenlicht sieht das Wasser aus wie flüssiges Licht. Ein schwarzer Tauchanzug schwimmt wie ein Schatten auf der Oberfläche. In ihm steckt eine Person, die auf der Oberfläche ruht, mit dem Gesicht nach unten, bewegungslos, und dabei ganz ruhig durch einen Schnorchel atmet. Das leichte Rauschen der Luft, die durch den Schnorchel fließt mischt sich mit dem Meeresrauschen, als der Taucher einen tiefen Atemzug nimmt und, mit einem sanften Absenken des Kopfes und Neigen der Hüften, verschwindet der Körper unter der Oberfläche und die lange Flossen zeigen noch einmal elegant gen Himmel bevor sie senkrecht ins Wasser gleiten. Das Rauschen des Atems scheint mit dem Meer zu verschmelzen und ein Paar leichte Verwirbelungen der Wasseroberfläche sind der einzige übrige Hinweise darauf, dass einen Moment zuvor hier noch ein Taucher war.

“Mit einer flüssigen Stille im Ohr gibt sich dein Körper der Schwerkraft hin und gleitet ganz still in die Tiefe, wird Eins mit dem Wasser. Vor die entfaltet sich einen neue Umgebung und auf einmal fühlst du eine Transformation. Die Stille umhüllt dich komplett. Es ist so, als würdest du genau hier hin gehören.”

Einen Moment später kommt der Taucher wieder in Sicht, bricht durch die Oberfläche und kommt von der Reise in die fließende Welt und von der Pause zwischen zwei Atemzügen zurück. Als er die Wasseroberfläche durchbricht füllt er seine Lunge mit frischer Meeresluft die, zusammen mit dem Sonnenlicht, das nun wieder auf sein Gesicht fällt, die Sinne belebt. Der Taucher dreht sich auf den Rücken und lässt sich vom Wasser tragen, den Blick gen Himmel gerichtet. Er genießt jeden einzelnen frischen Atemzug. Ein friedliches Lächeln und ein Gefühl von Zufriedenheit und Entspannung erfüllen seinen Körper.

Das ist Freediving.

Freediving, oder Apnoe-Tauchen ist die moderne Bezeichnung für eine uralte Tauchtechnik, die ursprünglich angewendet wurde um Nahrung zu finden wie z.B. Schalentiere oder auch um wertvolle Gegenstände heraufzuholen wie Schwämme oder Perlen oder gar um Inhalte und Teile von Wracks zu bergen. Obwohl es noch immer Gemeinschaften gibt, die diese Art von Freediving mit ganz praktischem Nutzen praktizieren (siehe: Walking and Hunting on the Ocean Floor | Living by the Oceans Documentary - YouTube ), haben sie die angewandten Techniken und Methoden oft weiterentwickelt, wie etwa beim Speerfischen oder Hummerfang.
Die moderne, kommerzialisierte Form von Freediving, die wie heute in Tauchschulen finden zielt darauf ab, auf diese ursprüngliche Idee aufzubauen indem nur eine Komponente der Taucherfahrung hinzugefügt wird: der Freizeitfaktor. Tatsächlich praktizieren viele Menschen Freediving in Form von Speerfischen und häufig öffnet dies einen Zugang zu dem Sport, der sehr viel breiter ist. Die meisten führenden Ausbildungsorganisationen bieten praxisorientierte Trainings an und viele Menschen sind aus ganz unterschiedlichen Gründen an Freediving als Freizeitsport interessiert.

Wer nach Apnoe-Tauchen fragt hat oft schon ein ganz bestimmtes Bild im Kopf von einem Extremsportler der furchtlos und mit nur einer Lunge voll Luft in der Tiefe des Meeres verschwindet. In der Welt von Freediving als Leistungssport ist das natürlich recht nahe an der Realität aber das macht nur einen kleinen Teil dieses faszinierenden Sports aus. Tatsächlich ist es aber ja so, dass jedesmal, wenn man die Luft anhält und unter die Wasseroberfläche abtaucht, egal ob tief oder flach, man zu einem Freediver wird, auf dem Weg die Unterwasserwelt zu erkunden.

Nun aber: Freediving und Schnorcheln, was ist eigentlich der Unterschied?

Schwimmen mit Maske, Schnorchel und Flossen wird üblicherweise als Schnorcheln bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Aktivität an der Wasseroberfläche, bei der man von oben einen Blick auf die Unterwasserwelt werfen kann während der Schnorchel eine konstante Luftzufuhr gewährleistet. Freediving dagegen wird immer auch das Luftanhalten beinhalten, egal, wie tief getaucht wird. Auf diese Art betrachtet lassen sich die beiden Aktivitäten sehr gut verbinden. Sieht man beispielsweise beim Schnorcheln einen Oktopus, den man gerne fotografieren möchte in einem Meter Tiefe unter Wasser würde man zunächst di Luft anhalten und dann hinunter tauchen um das Foto zu machen. Das ist Freediving. Ein Kind, das im Schwimmbad unterwasser mit einer Meerjungfrauenflosse schwimmt und dabei die Luft anhält praktiziert ebenfalls Freediving.

Einfach gesagt: Schnorcheln + Luftanhalten + Unterwasser = Freediving

Genau wie Schnorcheln ist auch Freediving eine wunderbarer Art, mit der Natur und der Tierwelt in Kontakt zu kommen. Freediver genießen häufig  ganz besonders nahe und intime Begegnungen mit Meereslebewesen weil sie auf authentische Weise für einen Moment Teil ihrer Lebenswelt werden können. Das Meer übte schon immer einem ganz besonderen Zauber auf die Menschen auf der ganzen Welt aus und mit Hilfe von Freediving ist es möglich, wahrhaft und komplett in die Meere dieser Welt einzutauchen.

Im, und besonders unter Wasser funktionieren unsere Körper auf andere Weise. Die Schwerkraft ist wie aufgehoben und wir sind schwerelos wodurch wahrhaftig dreidimensionale, freie Bewegungen möglich werden. Das Eintauchen in Wasser, zusammen mit dem Luftanhalten, sind wie eine natürliche Abkürzung zur Entspannung denn der Säugetiertauchreflex, ein Reflex, der durch das Eintauchen von Gesicht und Körper in Wasser verschiedenen physiologische Prozesse verändert, verlangsamt den Puls und leitet das Blut von den Muskeln und Extremitäten in die Körpermitte und zu den lebensnotwendigen Organen, bis die Atmung wieder gestartet wird. Diese physiologischen Veränderungen können sehr stark ausgeprägt sein, etwa bei Meeressäugern, sie treten jedoch auch bei allen anderen Säugetieren auf, die an Land leben, so wie der Mensch. Wenn dieser Reflex aktiviert wird verlangsamt sich automatisch unser Herzschlag um Energie zu sparen und Körper und Geist entspannen sich auf natürliche Art und Weise und schaffen Raum für eine Erfahrung von purer Präsenz in dem Moment zwischen zwei Atemzügen und unter der Oberfläche.

Außerdem wird Freediving auch als Wettkampfsport betrieben wobei physische und psychische Fähigkeiten erkundet und in verschiedenen Disziplinen gemessen werden können, etwa in der Tiefe, horizontal oder staisch. 

Hast du Lust, herauszufinden, wie sich Freediving mit einem einzigen Atemzug unter wasser anfühlt? Komm und mache einen Kurs oder eine Einführungsveranstaltung bei uns mit und finde es selbst heraus!

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